7 Fragen an

7 Fragen an… Lars Eichstaedt

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Lars Eichstaedt
Ohne ihn würde es uns nicht geben: Lars Eichstaedt – und heute in seiner Rolle als Pete Summers. 
 Hallo, du bist ein alter Bekannter, aber was machst du hier in der Rubrik 7 Fragen an…?

Ich war ehrlich gesagt selbst ganz überrascht als unsere Agnes auf mich deswegen zukam. Ich hoffe einfach, mir fällt zu jeder Frage was ein.

Kommen wir zu deiner Rolle bei „Anomalia“ – Pete Summer ist einer der tragischeren Charaktere der Serie, wie würdest du ihn mit 4 Eigenschaften beschreiben? 

traurig, mutlos, ängstlich, selbstmitleidig

Gleich zu Beginn begleiten wir Pete bei einem Selbstmordversuch, welchen Rat würdest du ihm mit auf den Weg geben, um den Neuanfang in Anomalia als zweite Chance zu sehen?

Das Neue und Unbekannte macht, glaube ich, fast jedem Menschen Angst, dem einen mehr, dem anderen weniger. Man weiß nicht, wo man sein wird, was für Menschen dort sein werden, ob man Freunde finden wird oder allein bleibt? Ich denke, das Beste ist, sich diese ganzen Sorgen bewusst zu machen – und dann über Bord zu werfen. Sagt sich so leicht, ich weiß. Aber je unvoreingenommener man dem Neuen begegnet, desto einfacher wird es damit umzugehen und man erkennt leichter die neuen Möglichkeiten, die sich aus dem neuen Umfeld für einen ergeben können.

War Pete für dich eine Figur, die dir bzw. deren Geschichte zu erzählen dir von Anfang an am Herzen lag? 

Pete war für mich die erste Figur, die mir zu Anomalia in den Sinn kam und aus deren Perspektive ich die Geschichte erzählen wollte. Tatsächlich trägt Pete einige Charakterzüge, die ich selbst noch zu Beginn der Entwicklung der Serie hatte. Glücklicherweise war ich nie an einem Punkt wie Pete in der 1. Folge im Motel, aber die Auseinandersetzung mit einer neuen Situation war für mich in der Zeit sehr aktuell. 

Wir haben versucht und ich hoffe, es ist uns in Ansätzen gelungen mit der Geschichte die Chancen und positiven Seiten aufzuzeigen, die ein Neuanfang in einer unbekannten Umgebung, wenn auch unfreiwillig, für einen selbst bedeuten kann. Um damit am Ende vielleicht dem ein oder anderen, der sich in einer ähnlichen Situation befindet ein wenig Trost oder Hilfestellung geben zu können.

Was ist interessanter für dich: die Arbeit als „Anomalia“-Sprecher oder die Arbeit „hinter den Kulissen“? 

Das ist schwierig zu sagen. Beide Seiten sind interessant und machen jeweils auf andere Weise Spaß. Beim Sprechen tauche ich ein in eine andere Persönlichkeit. In den Aufnahmesession durchlebe ich mit Pete die ganzen unzähligen Situationen, wir weinen und lachen gemeinsam. Ein Aufnahmetag kann daher ziemlich anstrengend sein, besonders bei Szenen, in denen starke Emotionen vorkommen. Aber es ist auch spannend in diesen Stunden mal die eigene Persönlichkeit wie einen Mantel abzunehmen und beiseite zu legen. Dabei lässt man nämlich auch die eigenen Sorgen und Gedanken für eine Weile hinter sich.

Die Arbeit „hinter den Kulissen“ ist auf andere Weise herausfordernd und anstrengend. Vielleicht sogar besonders, wenn man wie in meinem Fall so viele Gebiete irgendwie versucht, unter einen Hut zu bringen. »Viel delegieren« war daher die wichtigste Lektion, die ich zu Beginn gelernt habe.  In der Regie versuche ich mit Ann-Chris unsere Sprecher in die Richtung zu schieben, in der wir sie unserer Vorstellung nach haben wollen. Das ist manchmal besonders spannend, wenn  man mit dem Sprecher gemeinsam bei einem Take einfach nicht die richtige Betonung trifft und man dann gemeinsam herumtüftelt, wo die entscheidenden Feinheiten liegen.

Im Sound-Design muss ich mir Gedanken machen, wie ein Hoverbolt klingen könnte oder die Computersysteme der Futuros in Anomalia oder manches andere. Da kann man stundenlang dann vor dem Bildschirm sitzen und verschiedenste Klänge miteinander mischen bis man irgendwann das gefunden hat, was man sucht.

In der Musik die Welt von Anomalia mit Klängen zu verdeutlichen und dem Hörer auf der emotionalen Ebene näher zu bringen ist dann wieder eine ganz andere Sache.

Diese Mischung ist es, die mich aber auch an Anomalia so begeistert, es wird dadurch nie langweilig, weil man immer wieder mal einen anderen »Hut« aufsetzt und in eine andere Arbeitswelt abtaucht.

Dein Hörspiel-Held aus der Kindheit?

Es gab einige, um ehrlich zu sein. Wenn ich mich für einen entscheiden muss, dann ist es Jim Knopf. Den hab ich ganz früh von meinem Vater vorgelesen bekommen und in der Augsburger Puppenkiste gesehen und dann die Karussel Hörspiele zigmal gehört.

Berühmte letzte Worte…

Am Ende wird alles gut. Wenn nicht alles gut wird, ist es nicht das Ende.